Montag, 20. September 2010

Ein leben wie ein König in Frankreich…

Mein 20. Bericht vom 31.August-5.September
Ja so konnte ich mich in meinen wenigen Tagen in Frankreich wirklich fühlen!
 
… sooo wo warn wir stehen geblieben? Genau Am 30.August erwischte ich pünktlich meinen Fähre in Rosslare, die etwa 18 Stündige Fahrt nach Cherbourg war ziemlich ruhig, ich hatte eine gute Unterhaltung mit einem Iren auf dem Schiff und schlief die Nacht über auf dem Boden der Kabine... am Dienstag den 31.August erreichten wir gegen 11 Uhr Frankreich... von dort aus begann für mich eine gut 10 Stündige fahrt nach Saint Junien.

Um keine Zeit zu verlieren wollte ich mich auch gleich auf den weg machen... mein Tank war voll und nichts stand der Reise im weg, außer 2 Deutsche Motorradfahrer, welche ich auf der Fähre kennenlernte und nicht wussten in welchem Ort ihr Hotel lag... ich bot ihnen an, die Ortschaft in meinem Navi zu suchen, was ich auch im Hafen von Cherbourg schnell erledigte...

Doch nach dieser kurzen Pause musste ich feststellen das mein Motorrad nicht sofort anspringen wollte und auch die Batterie schwach war... Ich konnte mir nur nicht erklären wo ran das lag... da ich nicht mal eine Woche zuvor mein Moped durchgecheckt hatte und ich damals nirgends einen Mängel feststellen konnte! Nervös versuchte ich es immer wieder und mit viel Glück sprang meine BMW dann doch an... so machte ich mich auch ohne weitere Zwischenfälle auf den Weg in die Partnerstadt meiner Heimatgemeinde, Saint Junien. Die Strecke war wunderschönen... ich fuhr an vielen Mittelalterlichen Burgen und Kirchen vorbei und hatte eine echt angenehme fahrt!

Gegen 21 Uhr kam ich auch auf dem Zeltplatz in Saint Junien an, ich stellte mein Zelt auf und suchte mir sofort eine Dusche „was für ein Gefühl nach ein paar Tagen endlich mal wieder zu duschen“ UND sogar noch warm... ja und so verging dann auch mein erster Tag in Frankreich!
Da mich um 7:45 die Gemeinde Rätin Madame Briend vom Camping Platz abholen sollte um mir den Schlüssel für mein Apartment zu überreichen, begann für mich der nächste Tag bereits um 7 Uhr morgens.
Am Morgen noch etwas verschlafen, packte ich mein Zelt zusammen und traf die Gemeinde Rätin an!
Doch als ich mein Motorrad zu dem am Campingplatz höher gelegene Apartment fahren wollte, sprang es mal wieder nicht an... Ich versuchte die Maschine an-zuschieben aber nichts rührte sich... nach einigen versuchen lies ich mein Motorrad stehen und ging Bergauf zur wartenden Frau Briend, welche mir auch gleich mein spitzen Apartment zeigte!
Der Anblick von den Willkommensgrüßen im Haus und das Glück ein eigenes Haus mit 3 Betten und einer eigenen Dusche und Küche zu haben wurde von dem inneren Gefühl gedrückt das mein Motorrad vielleicht kaputt sei... und ich konnte erst viel später das alles so richtig genießen!

Nach der „Besichtigung“ ging ich noch mal zu meinem Motorrad und versuchte es noch wieder...
und glücklicherweise sprang der Motor auch sofort an! Ich fuhr hoch zu meinem Haus und brachte ein paar Taschen rein...
Madame Briend zeigte mir dann, mit dem Auto vor mir her fahrend... die erste „Schmiede“ im Stadtgebiet von Saint Junien, in welche ich eingeladen war!

  Mit ein paar kleinen Schwierigkeiten dort angekommen verließ mich die Gemeinderätin und der Chef dort zeigte mir die ganze „Schmiede“, es stellte sich heraus, dass das ganze eher eine Kunstschlosserei als eine Schmiede war... und sie hier das Feuer eher selten anfeuern! Doch mal wieder in einer Kunstschlosserei zu sein war für mich kein große Abbruch... ich versuchte ein wenig mitzuhelfen. Wir fertigten gemeinsam ein Muster für ein Fenstergitter an und eine Auflage für einen Dampfstrahler! Hier fand ich einige tolle und interessante Maschinen! Und kurz vor meiner „Abreise“ dort zeigte mir der Chef und sein Geselle noch eine etwas versteckte Halle im hinteren teil der Firma... In welcher viele Skulpturen und wirklich gute Arbeiten standen! Hier merkte ich das die zwei doch ein Geschick für Künstlerische Arbeit haben und vor allem auch schmieden können! Ich erklärte ihnen das es etwas schade sei die Arbeiten so weit hinten zu verstecken da sie wirklich gut seien und es bestimmt viele Leute gäbe die sich für so etwas interessierten... Die beiden meinten sie sind im Augenblick dabei eine Art Atelier im vorderen Teil einzurichten und sie wollten die „Ausstellungsstücke“ auch nach vorne in die Firma bringen!

(Was ich ganz vergessen habe, ich schreibe die ganze Zeit davon das wir uns unterhalten haben... Na ja unterhalten kann man das ganze nicht nennen da hier niemand Englisch oder Deutsch sprach und ich auch kein Wort Französisch verstand! Die erste halbe Stunde hier war ziemlich lustig bis man sich daran gewöhnt hatte alles mit Händen und Füßen zu erklären, was aber auch sehr gut und sehr schnell funktionierte!)

Nach dem Besuch in der ich nenn sie jetzt mal Kunstschlosserei, war ich eingeladen eine Schmiede in Nexon zu besuchen... Da der Termin erst für 16 Uhr angesetzt war hatte ich etwas Zeit, mich in meinem Apartment Häuslich einzurichten und mich etwas von der gestrigen Fahrt zu erholen!

Bis ich mich auf die gut einstündige fahrt mitten durch eine atemberaubende Landschaft in Richtung Nexon machte... in der „Kleinstadt“ angekommen musste ich erst mal nach der Schmiede suchen, glücklicherweise fand ich eine Touristeninformation in welcher mir eine Dame auf Englisch den Weg in die Schmiede beschreiben konnte!

Dort angekommen musste ich ein wenig auf den Schmied warten, welcher natürlich weder Deutsch noch Englisch sprach... Dennoch verstanden wir uns nach einigen Minuten gut miteinander! Er zeigte mir seine Schmiede und viele seiner Arbeiten! Was mich an ihm jedoch erstaunte, war das er keinen Lufthammer in seiner Schmiede hatte und doch mit verhältnismäßig großen Querschnitten schmiedete auch noch alleine und ohne Zugschläger schmiedete!

So verging dann auch der Tag mit der Schmiedebesichtigung, nachdem ich dem Schmied ein paar Bilder von meiner Reise zeigte machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Saint Junien!

Und seit „langem“ konnte ich mal wieder eine ruhige Nacht in einem richtigen Bett verbringen und konnte sogar ausschlafen, da mich erst um 10 Uhr Madame Briend und ihr Mann für eine Stadtbesichtigung abholten!

Am Vormittag zeigten mir beide Saint Junien, die Kirche, das Rathaus und viele Sehenswürdigkeiten in der wirklich schönen Stadt!

Nach der Stadtführung war ich noch bei beiden zum Mittagessen eingeladen und wir hatten echt eine gute Zeit miteinander!

Nach dem Essen verabschiedete ich mich von den Zweien und brach in Richtung Limoges auf, um dort das Museum für Beruf und Kunst zu besuchen!

Es stellte sich heraus, dass das Museum den Französischen Wandergesellen gewidmet ist, welche hier in der Vergangenheit und auch heute noch eine „Tour de France“ machen mussten und so wie es bei uns der Brauch war, mussten auch die Gesellen in Frankreich von Meister zu Meister ziehen um dort für ihn zu arbeiten und von ihm zu lernen! Für mich war das Museum höchst interesant da dort viele Meisterstücke der Zimmerer, Schreiner, Maurer, ein paar Schlossern und vielen mehr ausgestellt waren! In Frankreich wie in Deutschland war es damals der „Brauch“ nach der Wanderschaft sein Meisterstück anzufertigen!

Bzw. man wurde erst zur Meisterschaft zugelassen nach dem man das Land bereiste!

Nach dem Besuch im Museum schaute ich mir ein wenig die Stadt an und machte mich am Abend wieder auf den weg in mein Apartment...

Am Freitagmorgen war ich Eingeladen einen Hufschmied bei seiner Arbeit zu begleiten, welcher mich gegen 10 Uhr bei sich erwartete... Doch diesen Morgen wollte mein Motorrad nicht so wie ich es wollte, die Batterie war schwach und der Hobel wollte einfach nicht anspringen... Da mein Apartment oben am Hügel des Campingplatzes lag dachte ich, das ich mich in die Senke rollen lassen und dabei den Motor starten kann... doch nichts wollte sich rühren...

und ich stand mitten in der Senke...

„Ja was nun“ dachte ich, die Zeit lief mir davon und mein Moped wollte einfach nicht anspringen... also versuchte noch mal und nochmal mein Moped an zuschieben doch nach dem 4 oder 5 versuch rutschte ich leicht am Boden aus und legte die BMW samt Koffern um... ich brauchte mindestens 5 Anläufe um die Maschine wieder aufzustellen und war danach Körperlich völlig am Ende...

Da ich wusste das ich den Termin nicht mehr halten kann lief ich hoch in die Rezeption vom Campingplatz und teilte der „Dame“ dort mit Händen und Füßen mit das sie doch den Hufschmied anrufen soll da mein Motorrad nicht anspringen wollte... Sie eine Bildhübsche junge Französin (sorry das musste jetzt raus) verstand mich nach kurzer Zeit und informierte auch gleich den Hufschmied, welcher ihr mitteilte mich am Campingplatz abzuholen! Erleichtert ging ich zurück zu meinem Motorrad und schob es den Hügel hoch in Richtung Rezeption, auf nicht mal halben Weg bekam ich dabei auch noch Unterstützung von einem Französischen Camper! Alleine hätte ich die Maschine fast voll beladen auch nie den Berg hochgebracht...

Auf dem Parkplatz der Rezeption angekommen schraubte ich die Verkleidung ab und kam sofort dahinter warum meine Batterie so schwach war... Die Batterieflüssigkeit war leer! Ich hatte zwar die ganze Zeit mit dieser Vermutung gespielt aber bis zu diesem Zeitpunkt nie eine freie Minute gefunden mein Motorrad zu warten... flux baute ich das Ding aus und ging samt Batterie zurück in das Rezeptionsgebäude um dort die Rezeptionistin zu fragen wo denn die nächste Garage sei damit ich Destilliertes Wasser für das Ding auftreiben könne... doch diese verstand mich nicht gleich und es entwickelte sich ein lustiges Rätselraten was ich von ihr wollte... doch irgendwann verstanden wir uns doch und sie rief gleich bei einer Garage an um mir zu erklären das diese später vorbeikommen würden und mir Wasser in die Batterie füllen würden... als ich nach meinem Geldbeutel griff erklärte sie mir gleich „nein nein“ sie würde kein Geld dafür nehmen... Ich fragte sie ob ich sie dann dafür am Abend auf etwas zum Trinken einladen könne (ich kam in Frankreich nach einiger Zeit echt gut mit meiner Zeichensprache zurecht ^^) und sie bejahte aber sie hätte erst am Samstag Abend Zeit... und da dieser Abend der letzte in Frankreich sein sollte wurde daraus leider nichts... na ja schade wie die Dinge manchmal so laufen!

Aber so viel zu meinem Missglückten Privat und Liebesleben... ;)

Der Schmied kam auch ziemlich in diesem Moment auf dem Campingplatz an und griff mich auf...

Gemeinsam fuhren wir zuerst zu seiner Werkstatt welche bei seinem Wohnhaus lag und tranken dort einen Café... Bis wir dann gemeinsam in einen Reitstall fuhren, beim Frühstücken diente seine Frau noch als Übersetzerin doch als wir auf dem Weg zu dem Reitstall alleine im Auto waren konnten wir uns auch sehr gut miteinander verständigen, ich finde es oft so erstaunlich das man sich, wenn man im gleichen Gewerk tätig ist sich so schnell mit jemanden verständigen kann, der nicht mal im geringsten die selbe Sprache wie man selbst spricht, ich hatte diese Erfahrung bereits schon auf verschiedenen Schmiedetreffen gemacht aber hier extrem gemerkt!

Im Reitstall mussten 10 Rösser beschlagen werden. Und da ich ja keinen blassen Schimmer von Hufbeschlag hatte spielte ich den Lehrling und versuchte Jean Paul so gut es nur ging zu unterstützen! Und ich muss euch sagen ich hab schon ein paar mal ein bei einem Hufschmied über die Schulter geschaut, doch dieser verstand richtig was von seinem Handwerk! Es machte richtig Spaß ihm bei der Arbeit zuzusehen, da alles wirkte als ob es ihm einfach so von der Hand ging! (echt genial 2 Daumen Hoch für diesen Schmied) Nachdem ich ihn Fragte warum er aus den alten Hufeisen die Nägel herausschlage, schmiedete er auf die Schnelle einen Pferdekopf an ein altes Hufeisen und überreichte mir diesen als kleines Geschenk ! ;-)

Die Mittagspause verbrachten wir mit seiner dazugekommenen Frau in einem nahegelegenen Restaurant... wo er mir erklärte das er versuche seine Pausen bei einem solch harten Job wirklich intensiv zu nutzen da er eine Zeit bräuchte in der er sich mal etwas entspannen könne... Dies war für mich ein guter Denkanstoß, wie man in Franken Sagen würde, aber ob ich das für mich umsetzen könne glaube ich eher nich! ;-)

Nachdem die 10 Pferde beschlagen waren mussten wir noch 1 anderes Pferd in einem Privathaus beschlagen und waren dort nach der getaner Arbeit auf ein Glas Wein eingeladen... Das Haus war ein Blockhaus was mich absolut faszinierte!

Nach dieser kleinen ruhe Phase ging es zurück zu Jean Paul um bei ihm Abendzuessen... er zeigte mir dort ein paar Schmiedebücher... und schmiss währenddessen ein paar Steaks auf den Grill, in dieser Zeit kam auch seine Frau nach Hause! Der Tag ging dann mit einer guten Unterhaltung und gutem Essen zu Ende!

Der Hufschmied brachte mich gegen 24 Uhr zurück auf den Campingplatz und ich ging dort direkt in mein Bett damit ich am nächsten morgen fit in Richtung Spanien aufbrechen konnte!



Mein Samstagmorgen begann für mich als erstes damit, dass ich meine Batterie aus der Rezeption holte und sie in mein Motorrad bastelte... nachdem dies geschehen war stellte ich mich unter die Dusche (man weiß ja nie wann sich für mich die nächste Möglichkeit zu Duschen bieten würde ;-) )

Nachdem das geschehen war und ich auch hinter den Ohren sauber war ;-) lud ich alles auf mein Motorrad und machte mich über die Pyrenäen auf den Weg nach Spanien!



Ja und was hab ich aus der Woche gelernt!

  1. Die Franzosen sind gar nicht so unhöflich wie immer alle sagen! Jeder war außerordentlich hilfsbereit und zuvorkommend zu mir!
  2. In Frankreich ist auch nicht alles dreckig dort ist es teilweise sauberer als in Deutschland!
  3. Wenn man merkt das man ein Problem mit seinem Motorrad hat! Muss man es sofort beheben und nicht ewig warten!
  4. Ich geh auf alle Fälle mal wieder nach Saint Junien!
  5. Und natürlich auch viel übers Schmieden

So das wars dann auch wieder von mir, der Bericht über Saint Junien ist viel kürzer als ich ihn hätte schreiben müssen und ich muss euch echt sagen die paar Tage dort hab ich so richtig genossen!

ich hoffe trotzdem ihr seit mir nicht all zu böse das ihr in letzter Zeit nicht all zu oft von mir zu hören/lesen bekommt und vor allem das ich mit den Berichten etwas hinterher bin... aber ich finde irgendwie nicht mehr die Zeit zum schreiben da immer irgendwo etwas los ist! Aber ich schreibe wann ich kann, Versprochen ;-)!

Also liebe grüße aus dem warmen Spanien

Stück davon

euer Peter

P.S. Ihr seit auch dazu Eingeladen ein paar mehr Kommentare zu hinterlassen ;-) (ich kriege zwar viele E-Mails aber hier traut sich niemand schreiben? Oder wie soll ich das sehen?)

Und zu guter letzt die Bilder von Frankreich!


Kommentare:

  1. ich finde ihren eintrag informativ, danke :)...

    AntwortenLöschen
  2. huhu :)

    schön von dir zu lesen! leider komme ich seitdem ich selbst unterwegs bin gar nicht mehr dazu, deine berichte zu lesen! mein tag ist wirklich komplett voll!!!
    aber ich hoffe es geht dir gut?! wo bist du gerade unterwegs??
    bei mir gehts ab november nach lanzarote :)
    liebe grüße aus griechenland

    AntwortenLöschen